Was Sie über Muskelbiopsien wissen sollten

Schwäche kann durch Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der peripheren Nerven, der neuromuskulären Verbindung oder des Muskels selbst verursacht werden. Es gibt viele verschiedene Arten von Muskelerkrankungen.

Um das Problem richtig zu diagnostizieren und damit eine entsprechende Behandlung anbieten zu können, muss manchmal ein Stück Muskel gewonnen werden, um den betroffenen Muskel unter dem Mikroskop betrachten zu können.

Manchmal kann sogar mehr als eine Probe benötigt werden, da einige Muskelerkrankungen nicht den ganzen Körper betreffen, sondern stattdessen eine ungleichmäßige Verteilung haben.

Wie erfolgt die Muskelbiopsie?

Es gibt zwei Hauptformen der Muskelbiopsie. Bei der ersten wird eine Biopsienadel durch die Haut in einen Muskel eingeführt, der eine kleine Probe aufnimmt. Alternativ kann ein Schnitt in der Haut gemacht werden, um den Muskel direkt zu sehen und zu schneiden. Der letztere Ansatz wird als "offene Biopsie" bezeichnet. Während offene Biopsien etwas mehr involviert sind, können sie im Fall von lückenhaften Muskelerkrankungen eine größere Auswahl an Proben ermöglichen. Unabhängig von der Technik muss nur eine kleine Menge an Gewebe entfernt werden.

Der Ort der Muskelbiopsie hängt vom Ort der Symptome wie Schwäche oder Schmerzen ab. Übliche Orte sind Oberschenkel, Bizeps oder Schultermuskeln.

Wer benötigt eine Muskelbiopsie?

Menschen mit Schwäche und niedrigem Muskeltonus können für eine Muskelbiopsie in Betracht gezogen werden, aber das ist normalerweise nicht der erste Schritt.

Andere Bewertungen wie Nervenleitungsstudien oder Elektromyographie können zuerst durchgeführt werden, um festzustellen, ob die Ursache tatsächlich im Muskel selbst liegt.

Welche Arten von Krankheiten können durch Muskelbiopsie identifiziert werden?

Muskelerkrankungen umfassen verschiedene Arten von Muskeldystrophien , dh eine genetische Störung, die einen Muskelabbau verursacht.

Einige häufige Arten sind Duchenne und Becker Muskeldystrophie

Myositis bedeutet eine Entzündung des Muskels, die auch unter dem Mikroskop identifiziert werden kann. Beispiele umfassen Polymyositis und Dermatomyositis.

Muskelbiopsie kann auch bestimmte Infektionen, wie Trichinose oder Toxoplasmose identifizieren.

Diese Liste bietet einige Beispiele, ist jedoch nicht vollständig. Ärzte können auch aus anderen Gründen eine Muskelbiopsie anordnen.

Was sind die Risiken der Muskelbiopsie?

Die Muskelbiopsie gilt allgemein als sicheres und geringes chirurgisches Verfahren. Es gibt jedoch einige Risiken. Die häufigsten Komplikationen sind Blutergüsse oder Schmerzen an der Stelle der Biopsie. Eine verlängerte Blutung oder sogar eine Infektion ist ebenfalls möglich, und Ärzte müssen Vorkehrungen treffen, um solche Komplikationen zu vermeiden. Sie sollten Ihren Arzt informieren, wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen oder an einer Blutungsstörung leiden.

Was werde ich während des Verfahrens tun?

Es gibt zwar Unterschiede in der Art und Weise, wie verschiedene Ärzte Muskelbiopsien durchführen, im Allgemeinen können Sie jedoch Folgendes erwarten:

Was soll ich nach der Biopsie tun?

Sie sollten den Biopsiebereich sauber und trocken halten. Einige Zärtlichkeit ist für einige Tage nach der Biopsie üblich. Nehmen Sie Medikamente ein, wie von Ihrem Arzt für Schmerzen empfohlen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Anzeichen einer Infektion wie Fieber, Rötung oder Drainage von der Biopsiestelle entwickeln. Lassen Sie sie auch wissen, wenn Sie Schmerzen oder Blutungen haben.

Was passiert mit der Muskelstichprobe?

Der Muskel wird mit verschiedenen Techniken unter dem Mikroskop betrachtet. Verschiedene Chemikalien werden verwendet, um Anzeichen für verschiedene Krankheiten zu identifizieren. Zum Beispiel sind Hämatoxylin und Eosin zum Identifizieren entzündlicher Erkrankungen nützlich, Gomori-Trichrom-Färbung ist gut zum Identifizieren von Einschlusskörper-Myositis, Cytochrom-Oxidase kann mitochondriale Erkrankungen identifizieren, und Periodsäure-Schiffer-Flecken können Glykogen- und Kohlenhydrat-Speicherstörungen identifizieren. Welche Tests verwendet werden, hängt vom Verdacht Ihres Arztes auf die zugrunde liegende Ursache der Krankheit ab.

Eine Muskelbiopsie ist nicht immer der letzte Schritt in der Diagnose. Zum Beispiel können verschiedene Arten von Krankheiten unter dem Mikroskop ähnlich erscheinen. Zum Beispiel kann in einigen Fällen Gentests erforderlich sein. Selbst wenn die Muskelbiopsie nicht der letzte Schritt ist, kann sie jedoch die Anordnung zusätzlicher Tests bestimmen, die eine spezifischere Diagnose bestätigen.

Quellen:

Ropper AH, Samuels MA. Adams und Victors Principles of Neurology, 9. Ausgabe: The McGraw-Hill Companies, Inc., 2009.