Benfotiamin und Behandlung von diabetischen Komplikationen

Benfotiamin ist eine künstliche Form von Thiamin oder B1. Thiamin ist ein wasserlösliches Vitamin und wird daher vom Körper nicht so leicht verwendet. Benfotiamin ist eine fettlösliche Zusammensetzung und wird besser absorbiert und verwendet. Es gibt Hinweise, dass Benfotiamin die Schwere diabetischer Komplikationen wie Retinopathie, Nephropathie und Neuropathie lindert.

Benfotiamin für diabetische Neuropathie

Benfotiamin wurde in den letzten Jahren mehreren Studien unterzogen. Der Schwerpunkt der Studien liegt auf der Verwendung von Benfotiamin zur Behandlung von Diabeteskomplikationen.

Die meisten Diabetes-Komplikationen werden durch anhaltende Hyperglykämie (hoher Blutzucker) aufgrund schlecht kontrollierter Blutzuckerwerte oder durch Krankheitsprogression im Laufe der Zeit verursacht. Die überschüssige Glukose im Blut wird in Nervenzellen und kleinen Blutgefäßen der Extremitäten abgelagert, was zu Schäden in diesen Bereichen führt, die zu Symptomen von Komplikationen führen.

Die vier Wege zum Zellschaden

Es gibt vier verschiedene Wege, die im Körper auftreten, die zu kleinen Blutgefäßschäden aufgrund von Hyperglykämie bei Diabetes führen können.

Benfotiamin scheint in klinischen Studien drei dieser Wege zu blockieren. Ein Artikel, der im Februar 2003 in der Zeitschrift "Nature Medicine" mit dem Titel "Benfotiamine blockiert drei Hauptwege hyperglykämischer Schäden und verhindert experimentelle diabetische Retinopathie" veröffentlicht wurde, zeigte, dass Benfotiamin diabetische Retinopathie bei Labortieren verhindert.

Advanced Glycation End-Produkte

Hyperglykämie verursacht Schäden in den Blutgefäßen und Nerven des Körpers, die sich wiederum zu den Hauptkomplikationen von Diabetes entwickeln. Ein Schaden tritt auf, wenn sich überschüssige Glukose im Blut in den Zellen festsetzt und eine Substanz bildet, die als Advanced Glycation Endproducts (AGE) bekannt ist. Diese akkumulieren sich mit der Zeit. AGE sind in Gefäßen der Augen, Nieren und Extremitäten gefunden. Sie finden sich auch in anderen großen Blutgefäßen und führen zu Plaquebildung und Arteriosklerose, was zu Herzerkrankungen beiträgt.

Was Benfotiamin tut

Studien haben gezeigt, dass Benfotiamin dazu beiträgt, Komplikationen der Neuropathie, Retinopathie und Nephropathie vorzubeugen, indem es den Aufbau von Glukose in den Gefäßen hemmt. Dies bedeutet, dass das Auftreten diabetischer Komplikationen verlangsamt oder verhindert werden kann. Eine klinische Studie, die 2003 in der ADA-Fachzeitschrift Diabetes erschien, zeigte, dass hochdosiertes Thiamin und Benfotiamin bei diabetischen Ratten Mikroalbuminurie und Proteinurie (Protein im Urin) zu verhindern schienen. Studien an Menschen haben gezeigt, dass Benfotiamin auch neuropathische Schmerzen zu lindern scheint.

Der aktuelle Status von Benfotiamin

Benfotiamin befindet sich noch in der klinischen Erprobungsphase. Die Studien wurden hauptsächlich an Ratten durchgeführt, die zu Diabetes veranlaßt wurden.

Intensivere Studien sind erforderlich, um festzustellen, ob Benfotiamin bei Diabetikern genauso wirkt. Wirksame Dosierungen müssen noch festgelegt werden, und langfristige Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Obwohl Benfotiamin derzeit von amerikanischen Gesundheitsexperten nicht offiziell empfohlen wird, scheint es, dass es eine vielversprechende Behandlung für Diabetes-Komplikationen auf der Straße sein könnte.

Genehmigung noch ausstehend von der FDA

Die Food and Drug Administration (FDA) hat Benfotiamin noch nicht für den öffentlichen Gebrauch zugelassen. Es gibt Konflikte darüber, wie die Substanz markiert werden soll, sei es als Nahrungsergänzungsmittel oder als Vitamin.

Es bestehen Bedenken hinsichtlich der allgemeinen Sicherheit der Langzeitanwendung von Benfotiamin und einer sicheren Dosierung. Die FDA fordert mehr Beweise, dass Benfotiamin die in den Studien gesehenen Ergebnisse produziert.

Letztes Jahr wurde Benfotiamin bei der FDA als Nahrungsergänzungsmittel eingereicht, aber die Zulassung steht zu diesem Zeitpunkt noch aus.

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