Dysdiadochokinesie bei Multipler Sklerose

Dysdiadochokinesie bezieht sich auf die Unfähigkeit einer Person, schnelle alternierende Bewegungen durchzuführen. Dies ist ein häufiges Zeichen bei Multipler Sklerose (MS), die durch eine oder mehrere Läsionen im Kleinhirn verursacht wird.

Wie Ihr Arzt Dysdiadochokinesie erkennt

Während einer neurologischen Untersuchung kann das Vorhandensein oder der Grad der Dysdiadochokinesie auf verschiedene Arten bewertet werden, einschließlich:

Eine Person mit Dysdiadochokinesie kann die oben genannten Tests nicht korrekt und koordiniert durchführen. Ihre Bewegungen können verlangsamt, ungewöhnlich oder schwerfällig sein.

Andere neurologische Probleme, die auftreten können

Ataxie: Der Begriff Dysdiadochokinesie passt in eine Familie von neurologischen Problemen, die Ataxie genannt wird. Ataxie kommt von dem griechischen Wort "a taxis", was "ohne Ordnung" bedeutet. Eine Person mit MS-bedingter Ataxie hat daher Koordinations- und Gleichgewichtsprobleme, die auf eine Läsion im Kleinhirn zurückzuführen sind.

Ataxie kann Körperbewegungen beeinflussen, wie Laufen, Gleichgewicht und feine motorische Bewegungen, wie Schreiben oder Essen. Es kann auch zu verlangsamten Augenbewegungen, Schluckbeschwerden und Sprechschwierigkeiten führen, wie gescannte Sprache - eine Form von Dysarthrie.

Dysmetria: Dysmetria ist ein weiteres neurologisches Zeichen, das auftreten kann, wenn MS-Läsionen im Kleinhirn auftreten, ähnlich Dysdiadochokinesie.

Dysmetria bezieht sich auf die Unfähigkeit einer Person, Distanz zu beurteilen. Der Nase-zu-Finger-Test, bei dem der Patient aufgefordert wird, seine Nase zu berühren, wird dann mit dem Finger des Arztes in schneller Folge verwendet, um dieses Zeichen zu untersuchen.

Behandlung

Die Behandlung von Dysdiadochokinese und zerebellärer Ataxie ist im Allgemeinen eine Herausforderung, und es gibt derzeit keine spezifischen Strategien, die wissenschaftlich unterstützt werden.

Manchmal werden Medikamente zur Behandlung von Tremor verwendet, um Ataxie zu behandeln, und manchmal kann eine Operation erwogen werden. Aber auch hier sind die wissenschaftlichen Beweise begrenzt.

Eine Studie im Journal of Neurology fand heraus, dass Physiotherapie und Ergotherapie einen gewissen Nutzen bieten können.

Zum Beispiel können spezifische Therapiestrategien, die auf Ataxie-bezogene Beweglichkeits- und Gleichgewichtsprobleme abzielen, umfassen:

Ergotherapie kann auch die Symptome von Depressionen, die häufig bei Ataxie leiden, verbessern.

> Quellen:

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